Ich trink Ouzo, was trinkst du so?


Das muss man ihnen lassen.

An kaum einen Ort der Welt baumelt die Seele so schön wie am lonischen Meer.

Und wo, wenn nicht hier, könnten sich unsere gebeutelten Wesen, die bei jedem vibrierenden Kühlschrank Geräusch zusammen zucken und uns spontan in den Himmel schauen lassen, besser erholen als hier?


Nirgends.


Israel meets Austria heute mal anders.

Denn schüttelt man die Zwei (nicht gerührt und mit einer Olive dekoriert), kommt das raus - Griechenland.


Im Land der tausend Inseln, das nicht nur symbolisch in der Mitte unserer beiden Herkunftsländer liegt, fühlt sich der Nahe Osten gleichermaßen wohl wie der kühle Westen, und das mag was heißen.


Zwei Jahre katapultierte mich ein schwerer Bandscheibenvorfall in die Horizontale und als die Verzweiflung nicht größer sein könnte, jeder Zimmerdeckenriss akribisch von mir untersucht wurde, ich ihnen exotische Namen gab, half nur noch eins:


Das imaginiere Bild vor meinem Auge, wie ich mit meinem besten Freund und angetrauten Ehemann in Griechenland von einer Klippe springe.

Nicht um uns in eine anspruchslosere Welt zu beamen, nein, nein, sondern um die Freiheit, die Rückkehr und die wieder erlangte Gesundheit zu feiern.


Denn ohne die, das hab ich jetzt auch verstanden, ist nicht viel los im Moos.


Geschmäcker sind verschieden, das wissen wir, aber eines bleibt immer gleich:

Das Herz will, was das Herz eben will, und meins wollte Amore , azurblaues Wasser und Ouzo, den wollt ich auch.


Aufgeregt stehen wir Hand in Hand am Felsen und schauen in das tiefe Blau.

Heute ist der Tag der Tage .


Ich atme tief durch, stehe aufrecht und stolz während die Meeresbrise mein Gesicht streichelt.


Segelschiffe, die am Ende des Horizonts im glassklaren Wasser Kurs aufnehmen, begleitet von singenden Möwen, wirken so ungestüm & aufgeregt wie ich.

Wie viel Federn sie wohl lassen mussten, um heute hier sein zu dürfen?

Das bleibt auf ewig ihr mystisches Geheimnis.


24 Monate, 730 Tage und 17520 Stunden träumte ich mich an diesen Platz.

Jetzt bin ich hier.

Mit dem Mann an meiner Seite, dessen Liebe mich gesund pflegte und auf meinen eigenen Beinen, die mich endlich wieder tragen wollen.


Das Leben hat mich wieder, und ich hab das Leben wieder!


Die Brandung peitscht aufgeregt gegen die rutschigen Felsen und heißt uns mit ihrer rhythmischen Musik willkommen.

Ich glaube, wir haben uns gleichermaßen vermisst.


Ich zögere, versuche zu springen, tue es aber nicht.

Lektion des Moments: Wenn Wünsche in Erfüllung gehen, kommt erst die Angst und dann die Freude.


Plötzlich streift mich- wie aus dem Nichts, der Gedanke eines tipetischen Mantras, welches uns die Mönche am Himalaja gelehrt haben.


„So wie oben, so unten“.

Ich habe diesen Satz nie verstanden, jetzt tue ich es:

Wenn es dir so bescheiden geht, dass mathematisch keine Steigerung mehr möglich ist, dann ruf dir dies ins Gedächtnis.


Es geht rauf und runter.

Wenns nicht runter geht, kanns nicht rauf gehen und umkehrt ... Weißt du das, lebt es sich gleich schwer und trotzdem (nicht) leichter. Das ist und bleibt ein universelles Gesetz.

Jetzt bin ich oben, an der höchsten Klippe von Paxos und bereit für den“ Sprung ins kalte Wasser“.


Es gibt im Leben viele Zeiten, das hier sind

die Guten,

ich schnapp mir meinen Schnorchel und spring rückwärts in die Fluten,

wir hängen auf der Insel rum, von früh bis spät,

wir träumen und wir tauchen, bis die Sonne untergeht.


Zitat: Liederstrophe von Philipp Poisel

Lied: „im Garten von Gettis“



Am Abend schlendern wir zwei "Langzeitverliebten" mit mehr Salzwasser in den Nebenstirnhöhlen, als es jede yogische Nasenspülung ausrichten könnte , durch das kleine entzückende Fischerdörfchen Gios.

Es ist die Saison vor der Saison.

Wenige Menschen tummeln sich auf den kleinen schmalen Straßen, die „Typisch griechisch“ mit Postkarten, blauen Fenstern und bunten Blumen dekoriert sind.


Eine Handvoll Engländer, die mit ihren Schiffen am Hafen einlaufen, flanieren mit ihrer weißen, in rote Farbe getunkte Haut und luftigen Sommerkleidchen durch die verwinkelten Gassen, während mich- fröstelt.

Ich kann's kaum glauben! Die „ Seglerfrauen,“kommen beim Schaufensterbummel ins Schwitzen, während sich bei mir die Haärchen um einen Stehplatz raufen.

Das israelische Klima hat Spuren hinterlassen, jetzt bin ich ein Warmblüter!


Weniger elegant, wie wir wissen, schlendere ich im Wollponcho der „ Upper West Insel Class“ hinter her.

Das hat die Schickeria so noch nicht gesehen.

Zottelhaare, Gummi, Flip Flops und eine große Baumwolle- Einkaufstasche auf der „Lidl“ (keine Schleichwerbung) in Grossbuchstaben gedruckt ist.

Im Gegensatz zu mir nimmt es mein Mann gewohnt lässig.

Schmunzeld meint er: „Hör zu Baby, unser Auftritt ist von außererster Wichtigkeit!

Erst durch uns wird ihnen bewusst, "wie gut es ihnen geht" und das kurbelt die Corona Geschädigte Wirtschaft an.

Ich versprech dir, jeder der dich sieht, sprintet hysterisch in das nächste Haar und Nagelstudio, um ihre Welt wieder ins Gleichgewicht zu bringen."

5 Tage leisten wir "intensive Ausgleichsarbeit" bei Reich und Schön, bevor das Seefahrerherz uns einen Weitern Hafen anheuern lässt.

Fühl dich wie ein Vogel und residiere in einem außergewöhnlichen Nest, das im 900 Jahre alten Olivenbaum kreiert wurde. Das könnte der Werbeslogan für Margits Baumhaus sein, der im Süden Corfus die stärksten Äste für seine Gäste bebrettert hat.


Das ökologische Anwesen versteckt sich zwischen den Olivenhainen ganz nah am Meer.

Ein altes Fischerboot wippt als Schaukel unter dem schattenspendend Baum, während ein kleines „Hobbit Haus“ genügend Platz für die handgeschnitzte Oliven Küche bietet.

Es ist Liebe auf den ersten Blick.


Erkenntnis auf „Corfuisch“: Nieder mit den Betonbauten! Die Natur ist gut zu uns, warum sind’s wir nicht?


Zwei Katzen, die sich zuerst durch das Zucchinibeet und dann durch unsere Beine schlängeln, haben hier wie so viele Vögel auch ihr Zuhause gefunden.

Die natürliche Oase lebt mit der Natur anstatt gegen sie und macht mir wieder Hoffnung auf eine bessere Welt.


Aufgeregt biegt Margit um die Ecke, versorgt uns mit frisch gekochten Fisch aus dem Meer und hausgemachten Wein.


Unsern letzten lauen Sommerabend in Griechenland verbringen wir mit dem "alternativ -angehauchten "Olivenbaumschnitzer, der mit seinem philosophischen Gedankengut Platon Konkurrenz machen könnte.


Vorsichtig, so sagt er, umgarnt er sein Anwesen wie eine störrische Geliebte, lässt den Boden blühen und gedeihen und überrascht ihn mit geistreichen Geschenken.


Ich habe eine Langzeitbeziehung mit Grund und Boden, lacht er, während er sich erneut sein Glas nachschenkt. Hier ist es wie in einer Ehe!


Aber manchmal sei es ihm dann doch zu anstrengend.

So viel Aufmerksamkeit, so viel Pflege, - zu viel von allem verlangt es ihm ab.


Er erhebt sein Glas für ein „Jammas“, zwinkert uns verstohlen zu und sagt:„Da hilft dann wie in jeder guten Beziehung nur noch eins:


eine nahe gelegene Taverna, das Meer und viel griechischer Wein“.

Alles andere kommt dann von alleine....











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